Liebe Gemeinde,

heute ist Palmsonntag – und eigentlich wollten wir hier in Kerpen – wie jedes Jahr – heute die Karwoche mit einem Gottesdienst in Blatzheim beginnen – und am Gründonnerstag in Blatzheim wieder ein Tischabendmahl feiern.

Eigentlich – das heißt, unter normalen Voraussetzungen. Aber was ist zurzeit schon normal? Die Coronakrise hat die ganze Welt im Griff. Täglich werden wir bombardiert mit den neuesten Nachrichten dazu. Egal, ob man das Radio oder den Fernseher einschaltet, ob man Zeitung liest oder das Internet konsultiert: Corona ist überall. Zahlen über Infizierte, Verstorbene, aber auch über Genesene werden permanent aktualisiert.

Das kann verschiedene Folgen haben: für die einen ist es beruhigend, ständig informiert zu werden; für andere ist es beängstigend. Um dem Informationsfluss zu entkommen, bleibt nur ein selbstauferlegtes komplettes Medienverbot – auch nicht die Lösung.

Es ist ja auch so, dass man – geht man dann mal raus, um spazieren zu gehen oder einzukaufen – immer mehr Menschen mit Mundschutz begegnet. Beim Einkaufen muss man einen Wagen benutzen, ob man will oder nicht. In den meisten Geschäften werden jetzt wenigstens die Griffe desinfiziert. Alles Dinge, über die – zumindest ich – mir vorher nie Gedanken gemacht habe.

Früher völlig banale Artikel bekommen plötzlich einen hohen Stellenwert: Mehl und vor allem Toilettenpapier werden gehamstert (während unsere französischen Nachbarn wohl vor allem Rotwein horten – die Prioritäten sind nun mal von Nation zu Nation unterschiedlich).

Wertvolles Gut – dazu passt auch der Predigttext zum heutigen Sonntag Palmarum.

Er steht bei Markus im 14. Kapitel; es sind die Verse 1 bis 9. Jesus ist in Betanien, das Passahfest steht bevor. Als er im Hause Simons des Aussätzigen isst, kommt eine Frau und gießt kostbares Nardenöl auf sein Haupt. Dafür wird sie kritisiert, denn es ist in den Augen derjenigen, die das sehen, Verschwendung. Immerhin hätte man das Öl ja für viel Geld verkaufen und das Geld den Armen geben können. Jesus aber verteidigt das Handeln der Frau „Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.“

Die Salbung also als ein Akt der Nächstenliebe. Das kostbare Öl wird nicht verschwendet in Jesu Augen „Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis“.

Er schließt mit den Worten: „Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

So ist es; die Geschichte mit der Ölsalbung kennen wohl viele von uns – selbst diejenigen, die vielleicht nicht so bibelfest sind. Es ist eine Geschichte, die uns zeigt, was Nächstenliebe vollbringen kann.

Ich hoffe, auch wir werden in einem Jahr auf diese Zeit zurücksehen und uns erinnern, welche Taten der Nächstenliebe vollbracht wurden: Menschen reden mehr miteinander, gehen füreinander einkaufen, nehmen – meistens – Rücksicht aufeinander.

Das Leben wird sich nach der Krise für viele geändert haben; das Menschliche wird hoffentlich bleiben.

Eines ist jedoch ganz sicher: die Bibel und die Worte Jesu werden sich nicht ändern. Sie sind immer eine Konstante in unserem Leben – und eine Hilfe, vor allem in dieser Zeit.

Bleiben Sie gesund!

Amen

Ich möchte noch ein Gebet anschließen:

Herr unser Gott,

die Zeit, in der wir momentan leben, ist schwierig.

Wir haben Angst vor einem Virus, den wir nicht sehen oder schmecken können.

Wir müssen mit Einschränkungen unseres Lebens zurechtkommen.

Das ist nicht immer einfach

Menschen habe keine Arbeit, Kinder können nicht mit Freunden spielen.

Für uns alle ist es eine große Herausforderung.

Hilf du uns, diese Zeit zu meistern.

Gib uns die Kraft, in der Familie harmonisch zu leben.

Hilf uns, wenn unsere Beziehungen zu kriseln drohen.

Schütze uns vor dem Virus.

Sei immer bei uns.

 

Amen

 

Ihre Prädikantin Heike Kümpel

 

 

 

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