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Denk mal! Im März 2021...

fast ein ganzes Jahr leben wir nun schon mit dem Coronavirus, neuerdings auch mit den gefährlicheren Mutationen. Ein echtes Ende ist trotz der begonnenen Impfstrategien noch nicht in Sicht.

Was haben wir in diesem Jahr nicht schon alles mitgemacht: Lockdown und Lockerungen, Regeln, Masken und immer wieder Abstand. Und wir müssen in diesem Zusammenhang auch über die vielen Abschiede sprechen, die uns zugemutet wurden.

Manche mussten sich im vergangenen Jahr von geliebten Menschen verabschieden. Viele gerade junge Menschen mussten sich von persönlichen Wünschen und Plänen für ihre Lebensplanung verabschieden, kein Auslandsaufenthalt nach der Schule und kein normaler Studien- oder Berufsbeginn. Die meisten von uns könnten davon erzählen, dass sie sich von kleinen Zielen und so manchem Hoffnungsschimmer verabschieden mussten. So vieles bleibt da unausgesprochen, das sind die privaten Geschichten.

Und dennoch zeigt sich wie selten zuvor: Abschiednehmen ist das Gebot der Stunde.

Nun mag man sich in dieser Situation daran erinnern, was schon vergangene Generationen wussten, nämlich dass es ein Akt der Klugheit ist, „abschiedlich zu leben“, alles Wissen und Können und jeglichen Besitz als vorläufig zu betrachten.
Das ist schon wahr: Wir kommen nackt in diese Welt und verlassen sie ebenso. Alles dazwischen – und hier möchte ich bestimmt keine Lebensleistung gering achten, aber zweifelsohne ist es so - ist letztlich nur geliehen. Schnell dringen wir zu den tiefen Fragen des Seins vor.

Haben uns Corona und seine Folgen zu nachdenklicheren Menschen gemacht? Sind wir der Frage nach dem Sinn des Lebens zwangsläufig nähergekommen? Fest steht, dass unserer Gesellschaft – wie selten zuvor – der Spiegel vorgehalten wird. WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen werden nicht müde, uns zu erklären, dass sich Schwachpunkte und Krisenherde wie in einem Brennglas besonders deutlich zeigen. Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Sind Solidarität und demokratisches Denken nur Lippenbekenntnisse oder werden sie in konkreten politischen Entscheidungen tatsächlich gelebt?
Viele Verhaltensformen und Haltungen, mit denen ich noch groß geworden bin, verlieren, so scheint es, ihre Selbstverständlichkeit.
Geradezu provokant stellt sich die Frage: Müssen wir auch davon Abschied nehmen?
Vom Respekt im Umgang miteinander, von Höflichkeit und Aufrichtigkeit, von der zugesicherten Unantastbarkeit des menschlichen Lebens und seiner Würde, vom Streben nach sozialer Gerechtigkeit, vom Generationenvertrag… Die Liste der ins Wanken geratenen Werte könnte noch fortgesetzt werden.
Feststellen müssen wir auf jeden Fall, dass in unserer Gesellschaft einiges in Bewegung gekommen ist, beschleunigt durch die Krise, die ein Virus ausgelöst hat. Unaufhaltsam ist etwas in Bewegung geraten.

Und nun stehen wir da mit unseren vielen großen und kleinen Abschieden, den großen und kleinen Fragen und sollen uns noch zurechtfinden in dieser Welt.

Liebe Gemeinde! Zu Recht erwarten Sie von mir, dass ich nun die Bibel ins Gespräch bringe. Und das ist in der Tat eine gute Idee.
Denn das Thema Abschiednehmen ist gerade in der Zeit vor Ostern im biblischen Kontext gut verankert.
Ich denke an die Worte, mit denen Jesus zu seinen Jüngern über seinen Abschied gesprochen hat. Wir finden die Abschiedsrede Jesu im Johannesevangelium, nachzulesen im 14. Kapitel.
Sie klingt wie ein Vermächtnis und zugleich eröffnet sie den Jüngern einen neuen Horizont. Wie wird es sein, wenn Jesus nicht mehr leibhaftig unter ihnen sein wird? Wer gibt ihnen dann Kraft und Weisung? Wie sollen sie sich zurechtfinden in den veränderten Umständen?  Jesus lenkt ihren Blick auf den heiligen Geist.
„Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“(Joh.14,26) Dieser heilige Geist soll ihnen Hilfe und Orientierung geben. Von ihm her werden sie Weisung erhalten und Stärkung erfahren. Ob die Jünger das verstanden haben?

Damals hatten Jesu Worte eine überzeugende Strahlkraft für sie. Und mit der Hilfe des heiligen Geistes hat sich die christliche Kirche ausgebreitet bis an die Enden der bewohnten Welt. Insofern ist die Verheißung des heiligen Geistes und seine Gabe an die Gläubigen, die wir Pfingsten feiern (siehe Apg.2), der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.
Dieses Wissen hatten die Jünger natürlich noch nicht. Und doch haben sie geglaubt und vertraut.
Haben wir heute den gleichen Mut, uns diesem heiligen Geist anzuvertrauen? Haben wir das Vertrauen, die Erfolgsgeschichte des Christentums mitzugestalten?
Ist das eine Denkoption für uns, oder ist die Rede vom heiligen Geist reserviert für die ganz Frommen in der Gemeinde?

Das Bedürfnis nach geistlichem Leben und persönlicher Spiritualität erlebt in diesen Tagen eine neue Hochkonjunktur. Gerade in den Tagen des Abschiednehmens und der Verunsicherung steigt das Bedürfnis nach verlässlichen und belastbaren Aussagen. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Was hat mein Leben für einen Sinn? Was macht mir Hoffnung?
Diese Fragen drängen sich auf und sie drängen darauf, beantwortet zu werden. Schnelle und einfache Patentantworten gibt es nicht.
Wohl aber Gedanken und Worte, die es verdienen durchdacht zu werden.
Das sind Worte von diesem Jesus, der allen, die an ihn glauben, zusagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“. (Joh.14,19b)
Wenn Ihnen unerwartet ein Licht aufgeht oder Sie plötzlich brennen vor Liebe, dann ist der heilige Geist vielleicht doch eine Option, Gott zu denken und zu erfahren.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit seiner Hilfe eine persönliche Antwort auf die drängenden Fragen des Lebens finden.

Herzlichst
Ihre Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk

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