Denk mal! Im März 2019...

.... haben Sie es schon gehört?
Unerhörtes ist geschehen. Jesus hat wieder einmal alle in Erstaunen versetzt. Er hat sich zum wiederholten Mal über alle gültigen Regeln hinweggesetzt. Ein Skandal erster Güte, möchte man meinen. Davon sollten Sie auch Ihren Nachbarn und Freunden erzählen

Gerade Jesus, dem doch nach dem Evangelium und der Theologie des Johannes das All zu Füßen liegt, dieser Gottessohn legt das Leintuch an und wäscht seinen Jüngern die Füße. Nichts anderes als ein Sklavengewand war das Leintuch damals; Bekleidung für den, der Sklavendienst an den anderen versieht.
Führen wir uns das Ausmaß dieses Verhaltens vor Augen, dann wird erst deutlich, wie sehr Jesus an den festen Regeln des gesellschaftlichen Lebens rüttelt. Die Fußwaschung war in der Antike Arbeit für Sklaven, für Unfreie, nicht für Herren.
In Israel wurde dieser Dienst sogar nur den heidnischen Sklaven zugemutet; soweit die gesellschaftlichen Regelungen. Und Jesus setzt mit seinem Verhalten ein Zeichen für die neue Zeit, die mit seinem Erdenleben anbricht. Dieser Jesus, den die Jünger als Herrn und Heiland bekennen, steht vom Mahl auf. Lassen Sie Ihrem Kopfkino ruhig freien Lauf. Er steht auf. Er legt seine Oberkleider ab, nimmt das Leintuch und umgürtet sich.
Dann gießt er Wasser in das Becken und beginnt, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leintuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Die Jünger wissen nicht, wie Ihnen geschieht. Sie sind erstaunt, sprachlos, einige verunsichert, vielleicht auch entsetzt. Jesus ruft eine große Bandbreite vielfältiger Gefühlsregungen in ihnen wach. Allein Petrus erhebt Protest gegen die scheinbar absurde Verrichtung solchen Sklavendienstes. Er will keinesfalls dulden, dass ihm die Füße gewaschen werden. Doch Jesus vertröstet seine Wissbegier auf später. Nachher soll er den Grund erfahren. Diese Antwort Jesu ist zugleich unüberhörbare Warnung.
Schließlich handelt es sich dabei nicht um irgendeinen Liebesdienst, sondern um den Dienst des menschgewordenen Gottessohnes.
Würde Petrus die Fußwaschung ablehnen, würde er Jesu ganzen Dienst mit ablehnen.
Wenn wir der Botschaft des Johannesevangeliums folgen, dann ist Jesu gesamtes Erdenwirken nichts anderes als ein gehorsamer Liebesdienst des Scheidenden an den Seinen.
Nur wer sich diesen Sklavendienst gefallen lässt, wird ebenfalls in die himmlische Herrlichkeit einkehren. Und das möchte Petrus sehr wohl.
Ja, wenn dem so ist, dann möchte Petrus als Vertreter menschlicher Gedanken und Sehnsüchte doch bitte gleich ganz – mit Haut und Haaren - gewaschen werden.
Doch Jesus lehnt ab.
Sein Handeln erschließt sich uns beim genaueren Hinsehen: Wem der Gottessohn, der doch bald in die himmlische Herrlichkeit heimkehren wird, wem dieser Gottessohn die Füße wäscht; wer also diesen Liebesdienst empfängt, der bedarf keiner weiteren Reinigung mehr. Denn er ist ganz rein geworden.
So reinigt Jesus seine Jünger.
Und dann legt sich Jesus zu Tisch. Er nimmt wieder den Platz als Lehrer und Herr ein. Und er belehrt seine Jünger:
Der Dienst, den sie gerade selbst empfangen haben, soll Beispiel und Vorbild für ihre eigene Liebe sein.
So wie sie es erlebt und empfangen haben, sollen sie ihre Liebe und Hilfsbereitschaft untereinander üben. Dieser Liebesdienst, so macht es Jesus sehr deutlich, kann nicht aus einer Laune oder Sentimentalität oder sonst einer Gefühlsregung heraus geschehen. Dieser Liebesdienst ist erste Jüngerpflicht.
"Ich habe euch ein Beispiel gegeben, so sollt ihr es tun", sagt Jesus.
Seinem selbstverleugnenden Beispiel aufopfernder Bruderliebe sollen seine Jünger nachfolgen. Das ist – wie so oft bei Jesus – eine Zumutung in unseren Ohren und Augen.
Aber keine Sorge!
Das bedeutet nun nicht, dass wir einander zwingend die Füße waschen müssen. Es geht um mehr als ein symbolhaftes Verhalten.
Bei Jesus geht es immer um den ganzen Menschen. Und dann ergeht Jesu Ruf auch an uns. In echter Liebe sollen wir einander begegnen.
In einer Liebe, die sich selbst klein machen kann, ohne Angst, zu kurz zu kommen oder verloren zu gehen.
In einer Liebe, die sich ihrer Taten nicht schämt.
Na, wenn das keine Nachricht ist, über die es sich in dieser Passionszeit nachzudenken und zu sprechen lohnt…
Das Ganze ist übrigens in jeder handelsüblichen Bibel nachzulesen in Johannes 13, 1-17.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit und ein frohes Osterfest.

Ihre Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk

 

 

 

 

 

 

 

 

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