Pressemeldung vom 16.10.2026
Schon im September hatten die Konfirmand:innen der Evangelischen Gemeinde Kerpen zusammen mit Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk eine Radtour zu den jüdischen Spuren in Kerpen unternommen. Die Vorsitzende der Heimatfreunde Susanne Harke-Schmidt führte die Gruppe vom Jüdischen Friedhof zu den Mahnmalen an der Alten Landstraße, zum „Ghettohaus“, zur ehemaligen Synagoge und zu den Wohnhäusern, vor denen 2017 und 2020 Stolpersteine verlegt worden waren. Dabei wurde sie von Vincent Ries vom Stadtarchiv unterstützt. 20 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig erinnern an der Hahnenstraße an Mitglieder der jüdischen Familie Roer, an der Eulenstraße an die der Familie Brünell, an der Mähnstraße an die der Familie Capell und an der Bachstraße an die der Familie Schwarz. Die jungen Konfirmand:innen waren daher über die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Ausgrenzung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Mitbürger:innen informiert.

Entsprechend motiviert machten sie sich nun auf den Weg, um den Stolpersteinen den ursprünglichen Messingglanz zu verleihen. Engagiert reinigten sie die kleinen Steine, die vor den ehemaligen Wohnhäusern von

  • Emma, Sigmund, Julius, Rosa, Karl, Egon und Berthold Brünell, Hahnenstraße
  • Erna, Joseph und Karl-Philipp gen. Charles Schwarz, Bachstraße
  • Sara, Rosa, Paula, Hermann, Jenny, Fritz und Lotte Capell, Mähnstraße und
  • Elisbeth, Hermann und Fritz Roer

verlegt wurden, um an die tragischen Schicksale der jüdischen Menschen zu erinnern, die als assimilierte Mitglieder der Kerpener Gesellschaft in der Politik, in den Karnevals-, Schützen- und Fußballvereinen aktiv gewesen sind und zusammen mit den christlichen Kerpener Bürger:innen in Chören gesungen haben.

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Während Vereinsvorsitzende Susanne Harke-Schmidt und Stadtarchivarin Susanne Kremmer, zugleich Zweite Vorsitzende, über die Schicksale der Familien informierten und die erforderlichen Materialien verteilten, entwickelten die Konfirmand:innen – angespornt von den ersten Reinigungserfolgen – regelrechte Reinigungsstrategien, um den Steinen wieder Glanz zu verleihen.

Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk und die interessierte Bürgerin Julia Bohlen gaben Tipps.

Nach der ebenso würdevollen wie erfolgreichen Aktion gingen alle Beteiligten beeindruckt und zufrieden nach Hause.

2022 sind auch in Sindorf Stolpersteine für die Mitglieder der Familien Kahn und Nathan verlegt worden, die vom dortigen Heimatverein gesäubert werden. In Kerpen sollen zukünftig Stolpersteine für die Mitglieder der Familien Leiser an der Hahnenstraße und der Stiftsstraße verlegt werden. Entsprechende Pläne gibt es auch zur Erinnerung an jüdische Familien in Blatzheim, Brüggen und Buir.